Gedanken zum Orkan

Gedanken des 1. Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Thomas Specht im Nachgang zum Sturm Friedericke:

"Also wir waren ja zur Trauerfeier als Nachbarlandes/Wartburgkreis in Bad Salzungen so was brauchen wir nicht im Landkreis bei uns.

Als erfahrener Wehrführer einer Ortsteilfeuerwehr mit angrenzenden Waldgebiet und Durchgangsstraßen die auch als Umleitungen für die BAB 4 ausgeschildert sind, habe ich meine Erfahrung in den letzten 15 Jahren gemacht. Gerade bei Windstärken ab 100 km/h und aufgeweichten Untergrund (Waldboden) wird es interessant. Im Vorfeld ca. 24 Std. vorher berichten Rundfunk und Fernsehen schon von der Lage, die sich über die jeweilige Region erstreckt.

Jeder Verkehrsteilnehmer weiß Bescheid und kann dieses Gebiete umfahren, der Forstarbeiter geht bei so einer Ankündigung aus dem Wald heraus -und die Feuerwehr soll rein fahren- das kann nicht sein.

Sollte ein Verkehrsteilnehmer trotzdem diesen Weg durch den Wald nehmen, so begibt er sich in Lebensgefahr. Sollte dann ein Baum auf der Straße ihm am weiterfahren hintern, so gibt man dann ganz normal den Notruf ab (112). Die örtliche Feuerwehr klärt dann mit der Leitstelle oder dem besetzten Unwettermodul der jeweiligen Gemeinde ab, ob die betreffenden Person/Personen verletzt oder eingeklemmt sind.

Wenn NICHT und die Betroffenen sind über Telefon ansprechbar, sollten diese von der Feuerwehr aufgefordert werden ihr Fahrzeug wenn es noch geht an den Straßenrand zu fahren und ihre Telefonnummer in der Windschutzscheibe wie eine Parkuhr zu hinterlegen, und sich auf eigene Gefahr zu Fuß auf der Straße in Richtung Waldrand zu begeben wo die Feuerwehr da wartet. Die Zufahrtsstraßen werden nach dem eintreffen der Feuerwehr durch die so genannte Amtshilfe gesperrt Von allen Seiten, und dann der Polizei und Leitstelle mitgeteilt die geben dann die Meldung weiter an den Straßenträger z.B. Hessen Mobil.

Wird die Feuerwehr oder eine andere Hilfsorganisation trotzdem diesen Schritt tun so liegt die Mannschaft und das Fahrzeug und Gerät der betroffen Kommune in der Verantwortlichkeit des jeweiligen Einheitsführers. Was dabei raus kommen kann, hat das Beispiel in Bad Salzungen gezeigt- Ein toter Ehrenamtlicher.

Es ist zu bedenken ein Feuerwehrmann der eine Motorkettensäge bedient, hört keine Warnrufe der Kameraden und sieht auch nicht wenn ein Baum auf ihn zu kommt.

Ob die Politik mit dem Straßenträger im Vorfeld sperren lässt durch ein Gesetz, wäre für unsere Feuerwehren nicht schlecht so kann erst gar keiner auf den Gedanken kommen diesen Weg zu nehmen, wenn ja- macht man sich ja strafbar und und die Kommune kann dann auch den Verursacher den Aufwand  der Feuerwehr in Rechnung stellen."

Thomas Specht