Modernste Zentrale Leitstelle Hessens eingeweiht

Nach eineinhalb Jahren Planung und Umbauzeit ist der Umzug der Zentralen Leitstelle des Landkreises Hersfeld Rotenburg abgeschlossen. Seit vergangener Woche werden sämtliche Notsituationen von neuer Stelle aus koordiniert – in den Räumlichkeiten des ehemaligen Kreistagssitzungssaals. Insgesamt wurden in den Umbau der Leitstelle rund 2,7 Millionen Euro investiert. Die Verlegung bringt viele Vorteile mit sich.

Das Team des Fachdienstes Gefahrenabwehr spricht von der modernsten Leitstelle Hessens, wenn es um ihre neuen Räumlichkeiten geht. Zu Recht: Die Zentrale Leitstelle in Hersfeld-Rotenburg ist die erste im Land, die über eine Schnittstelle an das sogenannte TETRA-Digitalnetz angeschlossen ist. Diese neu eingeführte Möglichkeit der digitalen Kommunikation über Funk erleichtert die Arbeit zwischen Notrufzentrale und Einsatzkräften: TETRA-Digitalfunk ist durch eine verschlüsselte Verständigung sicherer, (GPS)-Daten können noch detaillierter übersandt werden und die Handhabung ist einfacher. Der Leiter des Fachdienstes Gefahrenabwehr Thorsten Bloß sagt: „Für die Bürgerinnen und Bürger verändert sich nach außen hin nichts, die Notrufe gehen natürlich immer noch direkt in der Leitstelle ein. Aber die Kommunikation zwischen Leitstelle und Einsatzkräften verbessert sich erheblich.“ In den vergangenen Jahren ist die Zahl eingehender Notrufe und Alarmierungen in der Leitstelle stetig angestiegen. Rund 25.000 Rettungsdienst-Einsätze und 1200 Alarmierungen der Feuerwehren gehen hier pro Jahr ein und müssen koordiniert werden.

Land fördert Umbau der hessischen Leitstellen

Landrat Dr. Michael Koch sagte am Dienstagnachmittag bei der offiziellen Einweihung der Leitstelle: „Für die Unterstützung des Landes Hessen bei diesem wichtigen Bauvorhaben sind wir sehr dankbar. Die dezentrale Leitstellenstruktur in Hessen hat sich schon oft bewährt, denn durch die Ortskenntnisse unserer Leitstellendisponenten kann im Ernstfall schneller und gezielter geholfen werden.“ Die Kosten für den Umbau teilen sich das Land Hessen, das die Leitstellentische und Teile der Funktechnik finanziert und der Landkreis, der die Umbaumaßnahme sowie die EDV-Versorgung bezahlt. Eine Refinanzierung der Sachkosten erfolgt über die Rettungsdienst-Gebühren der Krankenkassen.

Gunnar Milberg, Abteilungsleiter für das Fachgebiet Brand- und Katastrophenschutz im Hessischen Innenministerium, sagte am Dienstag vor Ort: „Das Land gewährleistet durch die Unterstützung beim Umbau der Leitstellen in Hessen eine moderne Technik, die alle Leitstellen miteinander verbindet. Eine gegenseitige Unterstützung ist so besser möglich.“ Die Modernisierung der Leitstellen-Technik fördert das Land mit insgesamt 16 Millionen Euro, rund 500.000 Euro entfallen auf den Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Durch Vorgaben des Landes hatte sich schon vor einigen Jahren abgezeichnet, dass ein Umzug der Leitstelle in neue Räumlichkeiten unaufschiebbar ist. Eine Richtlinie sieht zum Beispiel 25 Quadratmeter Fläche pro Arbeitsplatz vor – in den alten Räumen unter dem Dach im Landratsamt war das undenkbar. In der neuen Leitstelle können nach weiteren kleinen Umstrukturierungen bis zu zehn Leitstellendisponenten gleichzeitig arbeiten. Fünf Arbeitsplätze sind in der neuen Leitstelle dauerhaft eingerichtet. Im Normalfall arbeiten hier zwei Personen im Schichtdienst rund um die Uhr. In Notsituationen, bei Großschadenslagen wie Stürmen oder Hochwasser, können die Kapazitäten erweitert werden.

Bei einem Rundgang durch die Leitstelle konnten sich am Dienstagnachmittag auch zahlreiche Pressvertreterinnen und -vertreter einen Überblick über die modernen Räumlichkeiten sowie die darin verbaute Technik verschaffen.