Retter ohne Schutz

Hessens Feuerwehren sind mehr als enttäuscht, dass Ihr Einsatz für das Allgemeinwohl nicht zählt, da Ihr Engagement offensichtlich keine Anerkennung bei der hessischen Landesregierung findet.

Wiederum werden Impfpriorisierungen zugunsten des Lehrpersonals zum wiederholten Male von Seiten der Landesregierung geändert und diese in eine gesonderte Priorisierungsgruppe mit vorzeitiger Impfung eingestuft. Bisher betraf dies das KITA-Personal und Grundschullehrer und nun gem. Mitteilung des Kultusministeriums, sowie der GEW, auch alle anderen Lehrer.

Obwohl diese Personen erst der nächsten Priogruppe angehören, können Sie sich ab sofort ebenfalls registrieren und impfen lassen.

Unsere Einsatzkräfte der Feuerwehren setzen sich einem hohen gesundheitlichen Risiko bei direkten Kontakten beispielsweise Unfällen, bei Hilfestellungen für den Rettungsdienst oder Türöffnungen. Bei ca 70.000 Gesamteinsätzen im Jahr, macht dies rund 2/3 der Einsätze in Hessen aus. Der Rettungsdienst, der an der gleichen Einsatzstelle tätigt ist, wurde verständlicher Weise bereits geimpft.

Gerade in den letzten Wochen wurden Einsatzkräfte nach Einsätzen aufgrund einer Infektionsgefahr in Quarantäne geschickt, da besonders die derzeitigen Mutationen größte Vorsicht gebietet, um eine mögliche Ansteckung nicht noch weiter zu tragen. Wie soll eine Infektion dann gegenüber dem Partner/-in und Familie gerechtfertigt werden?

Leider sind wir „Retter ohne Schutz“ - mit Wissen aller Beteiligten. Durch die Ablehnung der Forderung auf eine Sondergruppe in der Impfpriorisierung zeigt die Landesregierung mangelnde Sensibilität, aber auch fehlende Wertschätzung des Engagements der Feuerwehreinsatzkräfte, die für die Bevölkerung jederzeit präsent sein muss.

Der Landesfeuerwehrverband Hessen fordert die Landesregierung auf, eine sofortige Impfmöglichkeit für die Einsatzkräfte zu schaffen.

Der Landesfeuerwehrverband Hessen

Der Landesfeuerwehrverband (LFV) Hessen ist der Zusammenschluss aller hessischen Feuerwehren und ihrer nahezu 500.000 Mitglieder. Mit rund 71.000 überwiegend ehrenamtlichen Aktiven, 11.000 Angehörigen der Kinder- und 26.840 Angehörigen der Jugendfeuerwehren ist er die größte Hilfeleistungsorganisation in Hessen.

Er vertritt die mehr als 2.600 Freiwilligen Feuerwehren in den Städten und Gemeinden, die 61 Werk- und Betriebsfeuerwehren, sowie die Berufsfeuerwehren Frankfurt, Wiesbaden, Kassel, Darmstadt, Offenbach, Gießen und Hanau. Angeschlossen sind weiterhin 174 musiktreibende Gruppen und Züge mit über 5.000 Musikerinnen und Musikern.