Stabile Mitgliederentwicklung, Frauen gleichen Verluste bei Männern aus

In der fast voll besetzten Festhalle auf dem Hof von Dr. Axel Schreiber im Haunetaler Ortsteil Wehrda trafen sich die Delegierten aller Feuerwehren des Landkreises Hersfeld Rotenburg zum Kreisfeuerwehrverbandstag. Zu Ehren und zum Gedenken der verstorbenen Feuerwehrleute, besonders des im März plötzlich verstorbenen ehemaligen Kreisbrandmeisters und Kreisverbandsvorsitzenden Hermann Funk, blies Björn Diehl das Trompetensolo „Ich hat einen Kameraden“. 

Haunetals Bürgermeister Gerd Lang stellte seine Gemeinde kurz vor und nannte dabei einige Beispiele, warum es sich in den 15 Ortsteilen seiner Kommune sehr gut leben lässt. Er lobte seine Feuerwehren, die mit großem Sachverstand ihre ehrenamtliche Arbeit, im Einsatz und bei Übungen leisten. Eine Werbeaktion der Wehren habe immerhin sechs Einwohner dazu bewogen, sich als Aktive bei der Feuerwehr anzumelden. Bei der Jugendfeuerwehr könnten es noch ein paar mehr Mitglieder sein, daran wird gearbeitet. Bürgermeister Lang bedankte sich bei Dr. Schreiber, der die Halle für die Festlichkeiten zum 85-jährigen Bestehen der Wehr Wehrda und des Verbandstages zur Verfügung stellte.

Jahresbericht Kreisverband

Vorsitzender Thomas Specht zog eine durchweg positive Jahresbilanz und gab die Mitgliederzahl bei den männlichen aktiven Kameraden mit 3013 an, das sind 29 weniger als 2016. Aber diesen Verlust gleichen die Frauen wieder aus, denn da gab es einen Zuwachs von 28, bei insgesamt 328 weiblichen aktiven Frauen. In den drei Werks-und Betriebsfeuerwehren sind 246 Aktive gemeldet, das sind zusammen 3587 Frauen und Männer, die in 146 Freiwilligen, Betriebs-und Werksfeuerwehren rund um die Uhr zum Schutz ihrer Mitmenschen einsatzbereit sind. In den Alters-und Ehrenabteilungen sind 1891 Mitglieder. In den Feuerwehrvereinen haben sich 11.000 Frauen und Männer als Mitglied und Förderer der Freiwilligen Feuerwehren eingeschrieben.

Über eine Vielzahl von besuchten Veranstaltungen und Jahreshauptversammlungen, die von Vorstandsmitgliedern besucht wurden berichtete Thomas Specht.

Als „Partner der Feuerwehr“ darf sich seit einigen Wochen die Firma Mineralöl Günther in Rotenburg und das Klinikum Bad Hersfeld bezeichnen, mit dem entsprechenden Hinweisschild im Eingangsbereich.

Der demografische Wandel habe auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg dazu geführt, dass sich einige Ortsteilwehren zusammengeschlossen haben oder noch fusionieren wollen. „Deshalb sollten wir bei allen unseren Feuerwehraktivitäten vor Ort auch die Mitgliederwerbung nicht vernachlässigen“, so die Aufforderung an die Delegierten und Führungskräfte. Der Kreisverband werde die Werbung um neue Mitglieder mit Werbeständen, vor allem bei Ortsjubiläen und runden Jahrfeiern verstärken.
Die Feuerwehren Alheim-Heinebach und Niederellenbach wurden auf dem Landesverbandstag in Seeheim-Jugenheim mit dem ersten Platz des Integrationspreises-Brandschutz geehrt, weil die Alheimer sich sehr erfolgreich um Flüchtlinge für den aktiven Dienst bei der Feuerwehr einsetzen. Specht wies sehr kritisch auf die immer mehr anfallenden Verwaltungsaufgaben bei den Freiwilligen Feuerwehren hin und stellte in diesem Zusammenhang fest, dass die Zeiten, wo Führungskräfte 10 bis 20 Jahre an der Spitze einer Wehr standen. immer seltener werden.

„Die Verwaltung der Kommune und der Vereinsvorstand müssen die, die vorne weg marschieren und führen unterstützen, denn Feuerwehr muss Spaß machen und man darf nicht immer mehr Verwaltungsaufgaben auf die Ehrenamtlichen verteilen. Dann könne man sehr schnell in eine Zeit kommen, wo händeringend Führungskräfte gesucht werden, so wie in zwei Orten des Kreises, wo man keinen Wehrführer bei Neuwahlen gefunden hatte“, so die mahnenden Worte von Thomas Specht an die Adresse der vielen anwesenden Bürgermeister und Kommunalpolitiker.

Julia Jakob und Elke Trinks sind neue Frauensprecherinnen im Kreisvorstand.

Die Firma STRABAG hat in ihrer Lehrwerkstatt zwei Unterflurhydranten für Wettkämpfe gebaut und als vollen Erfolg bezeichnete Thomas Specht die Sammelaktion von Ausrüstungsgegenständen und Schutzanzügen für eine Feuerwehr in der Ukraine.

Jahresbericht der Kreisjugendfeuerwehr

Für den verhinderten Kreisjugendfeuerwehrwart Bernd Spölstra erstattete Gesine Heupel aus Rotenburg den Jahresbericht.

Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg sind zurzeit 84 Jugendfeuerwehren gemeldet und aktiv, mit 304 weiblichen und 643 männlichen Mitgliedern zwischen 10 und 18 Jahren. Somit ergibt sich eine Gesamtmitgliederzahl von 947 Jugendlichen. Das zeuge von einer hervorragenden Jugend-und Nachwuchsarbeit und damit gehört die Kreisjugendfeuerwehr Hersfeld-Rotenburg zu einer der an Mitgliedern stärksten in Hessen. Darauf könne man zu recht sehr stolz sein. Auch die 51 Übertritte von den Kindergruppen in die Jugendfeuerwehr und die 84 Neueintritte bei den Jugendfeuerwehren können sich sehen lassen. 75 Mädchen und Jungen wechselten von den Jugendfeuerwehren in die Einsatzabteilungen und dass zeigt wieder einmal, dass die Nachwuchsorganisation der Feuerwehr eine wichtige Stütze für die Einsatzabteilungen im Landkreis sind.
Als Nachwuchsmotor für die Jugendfeuerwehren entpuppen sich immer mehr die 52 Kindergruppen im Landkreis mit 134 weiblichen und 293 männlichen Mitgliedern im Alter zwischen sechs und 10 Jahren. Damit der Motor nicht ins Stottern gerät und die Kinderfeuerwehr mehr Aufmerksamkeit erhält, wurde 2016 der neue Fachbereich Kindergruppen eingerichtet, für den zukünftig der Fachbereichsleiter Stefan Müller aus Philippsthal verantwortlich zeichnet.

Der Kreisvorstand hofft, dass man in diesem Jahr die magische Mitgliederzahl von 1000 bei den Jugendfeuerwehren knacken kann. Unserer Jugendwartinnen/Warte und die Betreuer der Kindergruppen leisten eine hervorragende Arbeit, denn mit ihnen leben und sterben die Kinder-und Jugendfeuerwehren im Kreis Hersfeld-Rotenburg.

Verbandskassierer Thomas Schneemilch erstattete einen positiven Kassenbericht. Auch die Kassenprüfer hatten keinen Grund zu Beanstandungen und bescheinigten dem Kassierer eine gute Kassenführung.

Landrat Dr. Michael Koch bezeichnete die Feuerwehren als starkes Rückrat des Katastrophenschutzes im Landkreis und bedankte sich bei den Frauen und Männern der Wehren für das ehrenamtliche Engagement. Landrat Dr. Koch sprach noch das aktuelle Thema Gewalt gegenüber Rettungskräften an und regte an, dieses in den Wehren zu besprechen. Bei der nächsten Stabsübung im Landratsamt werde man sich ebenfalls damit beschäftigen. Gewalt gegenüber den Rettungskräften sei für ihn völlig inakzeptabel. Seine Wertschätzung gegenüber den Hilfskräften sei sehr groß.

Stellvertretender KBI Martin Orf vertrat die erkrankte Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar und berichtete über aktuelle Themen wie die zurzeit viel diskutierte Belastungsübung bei den Atemschutzgeräteträger und die Einführung der digitalen Meldeempfänger.

Weitere Grußworte sprachen der Brandschutzdezernent beim RP Kassel Thomas Finis, der Vorsitzende des Bezirksfeuerwehrverbandes Kurhessen-Waldeck Thorsten Hertel, der Leiter der Polizeistation Bad Hersfeld erster PHK Peter Heil, der die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Feuerwehr an Einsatzstellen als unproblematisch lobte, SPD-MDL Torsten Warnecke, der eine „Stracke“ als Imbiss für die nächste Kreisvorstandssitzung an Thomas Specht übergab und weitere Grußworte gab es von Vertretern des DRK, der DLRG, der Kreisverkehrswacht und den benachbarten Kreisfeuerwehrverbänden.

Der Kreisfeuerwehrverbandstag 2018 wurde an die Feuerwehr Bebra-Gilfershausen vergeben, der genaue Termin wird noch rechtzeitig bekannt gegeben.

Ehrung

Der Verbandskassierer und Kirchheimer Gemeindebrandinspektor Thomas Schneemilch wurde von Thorsten Hertel und Thomas Specht mit der Verbandsplakette in Silber für 40 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr ausgezeichnet. (Gerhard Manns)